Vereinsportrait


Aller Anfang ist schwer...
Alle Gründungsmitglieder unseres Vereins waren bis Ende 1925 beim Verein für Pilzkunde Basel registriert. Das Problem der Basler war, dass sie die wissenschaftliche Pilzforschung als eigentliche Zweckbestimmung des Vereins betrachteten und die grosse Masse der Mitglieder nur als Zahlende und als notwendige Mitläufer geduldet wurden.
Auf Verlangen von 25 Angehörigen des Basler Vereins wurde eine ausserordentliche GV einberufen, um für ein besseres Verhältnis zwischen den “gelehrten Pilzpäpsten“ und den Mitgliedern zu sorgen. Weil die Initianten unterlagen, traten 14 Mitglieder aus der Sektion Basel aus.

 

Die Gründung unseres Vereins
Bereits 4 Wochen später gründeten 14 „ehemalige Basler“ am Stephanstag 1925 im Restaurant „Spalenstübli“ den Verein für Pilzkunde Birsfelden und Umgebung. Wiederum 4 Wochen später wurde unser Verein in den Schweizerischen Verband aufgenommen.

In dieser Zeit wurden auch schon 4 Frauen von Mitgliedern ohne Stimmrecht in den Verein aufgenommen. Eine Sensation in einer von Männern beherrschten Vereinswelt!

 

Die ersten Vereinsjahre
Bereits in den ersten Jahren zählte der Verein gegen 40 Mitglieder und die Aktivitäten wurden grundlegend anders gestaltet als die der Basler. So zum Beispiel 12 Monatsversammlungen, 15 Vorstandssitzungen(!), 1 Winterbummel, 4 Exkursionen, 2 öffentliche Vorträge, Pilzausstellungen in der alten Turnhalle in Birsfelden und während der Pilzsaison jeden Montag Pilzberatungsabende im Restaurant Ochsen in Birsfelden.

 

Die Folgen einer Namensänderung
Während zu Anfang die Mitglieder der Sektion Birsfelden zu gleichen Teilen in Basel und Birsfelden wohnhaft waren, nahmen im Laufe der Zeit die in Basel wohnhaften zu. Diese Mitglieder beantragten eine Namensänderung und an der GV von 1931 wurde folgender Beschluss gefasst: Der Verein nennt sich nunmehr `Verein für Pilzkunde beider Basel` mit Sitz in Birsfelden (Rest. Ochsen) und Basel (Rest. Schwalbennest). Sicher zählte man dieses Restaurant nicht zu den Nobellokalen! Im Verband wurde diese Namensänderung nicht akzeptiert und unser Verein beschloss, an einer ausserordentlichen GV 1933 aus dem Verband auszutreten.

Das Beweisstück dieser fatalen Vereinsepoche hängt als Unikum im Pilzlerheim Wambach in der Küche. Es ist eine pilzverzierte Wandtafel mit der Aufschrift „Verein für Pilzkunde Basel und Umgebung“.

Erst 1946 wurde der Name wieder in „Pilzverein Birsfelden und Umgebung“ umgeändert und anschliessend vom Verband gutgeheissen.

 

Die Vorkriegs- und Kriegsjahre
In schlechtem Licht standen jene Birsfelder, die vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs rüber ins Reich gingen um Pilze zu sammeln. Während des Krieges wurden die Beratungsabende eingestellt, weil viele Mitglieder im Aktivdienst waren und weil die Wälder teilweise gesperrt wurden. Protokolle von 1939 –1945 fehlen gänzlich.

 

Unser Verein heute
Er vereint seit jeher alle Alters-und Gesellschaftsgruppen in der Betrachtung des Pilzreichs. Ein Gebiet voller Widersprüche und stets im Wandel, da bleibt kein Platz für politischen oder weltanschaulichen Streit. Wir pflegen gegenseitige Toleranz und Respekt vor anderen Meinungen.

Unser Vereinsleben ist vielfältig:

  • Bestimmungsabende jeden Montag. Das ganze Jahr!
  • Die TK (Technische Kommission) organisiert Pilz- Lernexkursionen in interessante Gebiete der Region und  bereitet Kandidaten auf die Pilzkontrolleurprüfung vor.
  • Wie die meisten pilzkundlichen Vereine, ist auch Birsfelden dem Schweizerischen Verband VSVP angeschlossen. Dieser veranstaltet hauptsächlich in der Saison diverse Fachtagungen und Kurse, welche zur Aus- und Weiterbildung besucht werden können.
  • Ein Jahresprogramm mit Ausflügen und Festabende
  • Wambach: Der Verein unterhält seit über 30 Jahren in Wambach im Kleinen Wiesental (Schwarzwald) ein herrliches altes Bauernhaus als Pilzlerhütte. Diese wird gemeinschaftlich genutzt und dient als Ort für unsere Feste, sowie für die Bewirtung von anderen Vereinen und Gesellschaften. Da das Haus über 16 Schlafplätze und eine vortreffliche Einrichtung verfügt, wird es auch von Mitgliedern und ihren Gästen immer wieder als Ferienhaus genutzt.






Aktualisiert:  18.Jan.2012